Wie die Regelinsolvenz laut Insolvenzrecht angewendet wird

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Regelinsolvenz

Regelinsolvenz © Pressmaster (Fotolia)

Das Regelinsolvenzverfahren ist demnach immer dann anzuwenden, wenn die Vermögensverhältnisse von den Schuldnern unüberschaubar sind. Dies ist gegeben, wenn mehr als 19 Gläubiger offene Forderungen geltend ma- chen. Auch die Schulden aus Arbeitnehmerverhältnissen, wie unbezahlte Lohnforderungen und nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge oder Steuern sprechen für die Anwendung der Regelinsolvenz. Das gilt selbst dann, wenn ehemals Selbstständige oder Freiberufler, die als natürliche Personen gelten und so mit üblicherweise der Privatinsolvenz zugeordnet werden, verschuldet sind. Ebenfalls wird das Regelinsolvenzverfahren für juristische Personen, wie Kapitalgesellschaften bei einer GmbH Insolvenz, angewendet. Der Antrag auf das Regelinsolvenzverfahren ist schriftlich beim zuständigen Insolvenzgericht zu stellen und kann sowohl vom Schuldner selbst, als auch von einem seiner Gläubiger gestellt werden.

Sobald der Antrag auf eine Regelinsolvenz gestellt und alle Gläubiger darüber informiert wurden, sind diese verpflichtet, ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden, dürfen die Gläubiger keine Einzelvollstreckungsmaßnahmen mehr in die Wege leiten. Mit Eröffnung des Verfahrens verliert der Schuldner das Verfügungsrecht über sein Vermögen, dieses liegt ab sofort beim eingesetzten Insolvenzverwalter. Er muss nun eine Aufstellung über das Vermögen zusammenstellen und diese im Berichtstermin gegenüber den Gläubigern bekannt geben. Dabei ist vom Insolvenzverwalter ebenfalls eine Einschätzung abzugeben, ob sich eine Fortführung der Firma, sowohl aus betriebswirtschaftlichen, wie auch aus insolvenzrechtlichen Gesichtspunkten, lohnt. Sofern eine Fortführung der Selbstständigkeit sinnvoll erscheint und die Gläubiger dieser Fortführung zustimmen, ist der Insolvenzverwalter zur Aufstellung von einem Insolvenzplanverfahren verpflichtet.

Ebenfalls findet in diesem Fall noch ein Erörterungs- und Abstimmungstermin statt. In der Regel wird das Insolvenzverfahren dann aufgehoben, der Schuldner kann unter Umständen die Verfügungsgewalt über sein Vermögen zurück erhalten. In der Praxis untersteht er dabei jedoch einem Sachwalter, der seine Tätigkeiten überprüft. Sollte das Unternehmen in der Regelinsolvenz nicht fortgeführt werden, wird es veräußert. Alle vorhandenen Vermögensgegenstände, angefangen vom Betriebsgebäude über die Betriebseinrichtung, technische Anlagen und Maschinen müssen verkauft werden. Aus dem Erlös werden die Kosten des Insolvenzverfahren finanziert. Der verbleibende Erlös wird dann unter den Gläubigern, vor der Erteilung der Restschuldbefreiung, zur Tilgung der Schulden verwendet.


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