Welche Insolvenzverfahren bietet das deutsche Insolvenzrecht

Ratgeber Insolvenzrecht: Welches Insolvenzverfahren sollten Verbraucher anwenden und auf welches Insolvenzverfahren sollten Selbstständige zugreifen. Das deutsche Insolvenzrecht bietet Schuldner verschiedene Möglichkeiten damit sie sich von ihren Schulden befreien können, doch das Insolvenzrecht ist undurchsichtig…

Insolvenzverfahren

Insolvenzverfahren © Matthias Stolt (Fotolia)

Viele Schuldner fragen sich, welches Insolvenzverfahren wird heute vom Insolvenzgericht angewendet. Aus diesem Grund ist es wichtig, das Schuldner sich zunächst über die verschiedenen Arten der Insolvenzverfahren informieren. Grundsätzlich unterteilt das deutsche Insolvenzrecht die Insolvenzverfahren in die Verbraucherinsolvenz und die Regelinsolvenz. Die Verbraucherinsolvenz ist auch bekan- nt als Privatinsolvenz. Dieses Insolvenzverfahren kommt für natürliche Personen in Betracht und stellt ein verein- fachtes Insolvenzverfahren dar, welches aber dennoch in mehreren, klar definierten Einzelschritten durchgeführt werden muss. Das Regelinsolvenzverfahren kommt für juristische Personen in Frage, aber auch für Selbstständige und Unternehmer. Allerdings sollte vor der Beantragung der Regelinsolvenz oder der Privatinsolvenz geprüft werden, welches Verfahren im individuellen Einzelfall die günstigere Variante ist. Bei der Wahl der Verfahrensarten kann eine versierte Schuldnerberatung zur Seite stehen, die die genauen Bedingungen der beiden Verfahren kennt und daher beurteilen kann, welches Insolvenzverfahren eher in Frage kommt.

Das Verbraucherinsolvenzverfahren richtet sich demnach an natürliche Personen aber auch an ehe mals Selbstständige bzw. Freiberufler, deren Vermögensverhältnisse überschaubar sind. Somit können auch Selbstständige von den vereinfachten Bedingungen der Privatinsolvenz profitieren. Dennoch sollten sie sich ebenfalls von einer guten Schuldnerberatung unterstützen lassen. Der Antrag auf das private Insolvenzverfahren kann erst gestellt werden, wenn ein außergerichtlicher Einigungsversuch gescheitert ist. Für diesen Versuch muss der Schuldner einen Schuldenbereinigungsplan aufstellen, der zumeist einem Vergleich ähnelt. Dabei werden den einzelnen Gläubigern bestimmte Beträge angeboten, mit denen die Schulden getilgt werden sollen. Die außergerichtliche Schuldenbereinigung ist oftmals allerdings nicht möglich, die besten Erfolgsaussichten bestehen noch, wenn eine Beratungshilfe mit jahrelanger Erfahrung die Verhandlungen führt.

Scheitert der außergerichtliche Einigungsversuch, wird Antrag auf das Verbraucherinsolvenzverfahren beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt. Jetzt wird vom Gericht noch mal versucht, den erstellten Schuldenbereinigungsplan durchzusetzen. Einzelne Gläubiger, welche dem Schuldenbereinigungsplan nicht zustimmen, können aber durch die Entscheidung des Gerichts überstimmt werden. Scheitert auch der gerichtliche Einigungsversuch, wird das Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet. Es folgen sechs lange Jahre der Wohlverhaltensperiode, in der der Schuldner verpflichtet ist, sämtliche pfändbaren Einkommensbestandteile an die Gläubiger zu zahlen. Nach der sechsjährigen Wohlverhaltensperiode kann vom Gericht dann die Restschuldbefreiung erteilt werden.

Das Regelinsolvenzverfahren dagegen kommt bei juristischen Personen zum Einsatz, aber auch bei Selbstständigen und Freiberuflern, welche mehr als 19 Gläubiger haben. Ebenfalls sprechen Schulden aus Arbeitnehmerverhältnissen für eine Regelinsolvenz. Bei diesem Verfahren wird der außergericht- liche Einigungsversuch nicht vorgeschrieben, sondern vom Schuldner oder vom Gläubiger kann gleich ein Antrag auf Regelinsolvenz gestellt werden. Ziel der Regelinsolvenz ist es allerdings, das bestehende Unternehmen zu erhalten, die Verwertung und Auflösung ist lediglich die letzte Möglichkeit. Sie soll demzufolge nur dann angewandt werden, wenn eine Unternehmenssanierung bezw. eine Fortführung des Unternehmens aus betriebswirtschaftlichen Gründen keinen Sinn macht.


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