Das Insolvenzrecht lässt Raum für die Unternehmenssanierung

Tipps Insolvenzrecht: Wenn ein Unternehmen überschuldet ist, muss der Unterneh- mer laut Insolvenzrecht bezw. Insolvenzordnung beim zuständigen Insolvenzgericht, umgehend Insolvenz anmelden. Doch das Insolvenzrecht lässt vielen Freiberuflern oder Selbständigen auch Raum für eine nachhaltige Unternehmenssanierung und kann somit deren Unternehmen oder Firmen vor einer Auflösung bewahren…

Unternehmenssanierung

Unternehmenssanierung © Gradt (Fotolia)

Denn grundsätzlich ist Ziel des Insolvenzrechts nicht die Zerschlagung von Unternehmen, sondern deren Erhalt mittels einer nachhaltigen Unternehmenssanierung. Die Zerschlagung einer Firma oder eines Unternehmens ist lediglich das letzte Mittel der Wahl. Allerdings muss für eine erfolgreiche Unternehmenssanierung die Krise des Unternehmens auch frühzeitig erkannt werden. Die not- wendigen Maßnahmen sollten bereits bei den ersten An- zeichen einer Krise eingeleitet werden. Denn nur auf diese Weise kann eine erfolgreiche Unternehmenssanierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens gelingen. Um das Unternehmen zu erhalten, wird oftmals ein Insol- venzplan vorgelegt, weshalb hierbei auch die Rede vom Insolvenzplanverfahren ist. Dieses Verfahren ermöglicht es, das Unternehmen fortzuführen, wobei beim Insolvenzplanverfahren jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Idealerweise wird bei einer Unternehmenssanierung der Insolvenzplan immer direkt mit dem Antrag auf die Eröffnung der Insolvenz eingereicht. Ebenfalls sollte dabei der Antrag auf Eigenverwaltung mit eingereicht werden. Für die Erstellung des Insolvenzplans sollten sich Unternehmer fachkundige Berater zur Seite stellen, die die insolvenzrechtlichen Bedingungen kennen, aber genauso die betriebs- wirtschaftlichen Auswirkungen berücksichtigen können. Der Insolvenzplan kann ausschließlich vom Insolvenzverwalter oder dem insolventen Unternehmer beim Gericht eingereicht werden. Er muss von den Gläubigern angenommen werden, wobei einzelne fehlende Zustimmungen auch ersetzt werden können. Eine gute Aussicht auf die Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubiger besteht dann, wenn sie einen höheren Teil ihrer Insolvenzforderungen bei Fortführung des Unternehmens erhalten, als bei einer Abwicklung des Unternehmens durch eine Firmeninsolvenz.

Der Insolvenzplan bietet dabei die Möglichkeit, Personalkosten einzusparen, Personal mit verkürzten Kündigungsfristen abzubauen, viele Verträge, etwa Mietverträge, Versicherungen und Co. vorzeitig zu kündigen und somit die laufenden Kosten deutlich zu senken. In der Unternehmenssanierung werden die Gläubiger in den kommenden drei bis fünf Jahren an den Gewinnen des Unternehmens zwar nicht beteiligt, aber aus diesen werden die Schulden nach und nach abgetragen. Bei erfolgversprechenden Unternehmen ergeben sich so deutlich höhere Rückzahlungsquoten, als wenn das Unternehmen abge- wickelt würde. Ebenfalls kann der Unternehmer bei einer Unternehmenssanierung die sogenannte Eigenverwaltung beantragen. Bei einer genehmigten Eigenverwaltung ist Er dann auch während des laufenden Insolvenzverfahren vertretungsberechtigt für sein Unternehmen. Ein Insolvenzverwalter wird dann nicht eingesetzt, der Unternehmer steht lediglich unter der Aufsicht eines Sachverwalters.


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