Das Insolvenzrecht wird durch die Insolvenzordnung geregelt

Insolvenzrecht Ratgeber: Der Umgang mit dem deutschen Insolvenzrecht wird vom Gesetzgeber durch die Insolvenzordnung (InsO) geregelt. Durch dieses Insolvenzrecht, welches dem Zivilrecht zugeordnet ist, ermöglicht der Gesetzgeber jedem Schuldner der wirtschaftlich gescheitert ist, eine Befreiung seiner restlichen Verbindlichkeiten und einen wirtschaftlichen Neuanfang in der Bundesrepublik Deutschland…

Insolvenzrecht und Insolvenzordnung

Insolvenzordnung © Gator Gfx (Fotolia)

Allerdings gibt es die neue Insolvenzordnung, welche das Insolvenzrecht deutlich vereinfacht hat, erst seit dem Jahr 2001. Ziel der Neuerungen war es, den Schuldnern, seien es nun Privatpersonen oder auch Selbstständige und Freiberufler, eine besser Chance für einen Neustart in finanzieller und beruflicher Hinsicht zu geben. Diese Insolvenzordnung regelt einerseits den Ablauf der ver- schiedenen Insolvenzverfahren, aber natürlich auch die Zuständigkeiten der einzelnen Insolvenzgerichte. So wird in der Regel das Amtsgericht auch als Insolvenzgericht angesehen. Ebenfalls wird in der Insolvenzordnung geregelt, wann die Kosten des Verfahrens gestundet werden können. Hierbei wird der Problematik Rechnung getragen, dass überschuldete Personen kaum ausreichend Geld aufbringen können, um die Verfahrenskosten abzudecken. Deshalb besteht die Mög- lichkeit, die Verfahrenskosten bis zur Restschuldbefreiung zu stunden, diese sind allerdings dann von der Restschuldbefreiung nicht betroffen, sondern müssen nachträglich noch gezahlt werden.

Insolvenzrecht

Insolvenzrecht © Webdata (Fotolia)

Ebenfalls werden im deutschen Insolvenzrecht durch die Insolvenzordnung alle Fälle geregelt, in denen ein Antrag auf Insolvenz überhaupt gestellt werden kann, wobei das Insolvenzrecht vorwiegend drei Gründe vorsieht: Diese Gründe sind laut der InsO die Zahlungsunfähigkeit, die drohende Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung. Eine Zahlungsunfähigkeit liegt immer dann vor, wenn die fälligen Forderungen der Schuldner nicht mehr beglichen werden können. Eine drohende Zahlungsunfähigkeit ist dann gegeben, wenn bereits klar ist, dass Forderungen, die erst später fällig werden, dann nicht mehr gezahlt werden können. Von einer Überschuldung hingegen können nur juristische Personen betroffen sein. Eine Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen vom Schuldner nicht mehr ausreicht, um die bestehenden Verbindlichkeiten abzudecken.

Insolvenzordnung

Insolvenzordnung © Franz Pfluegl (Fotolia)

Auch alle weiteren Belange des Insolvenzrechts werden in der Insolvenzordnung genau geregelt. Dazu gehören beispielsweise die Rechten und Pflichten der Gläubiger, die Möglichkeiten beim Antrag auf Insolvenz oder auch die Verwertung des Vermögens des Schuldners. So sind Schuldner beispielsweise verpflichtet, im Rahmen vom Insolvenzverfahren alle Mittel zu nutzen, um Einnahmen zu erzielen und somit den Schuldenstand zu senken. Bei der Privatinsolvenz müssen die Schuldner sich also um eine Anstellung bemühen, die ein entsprechendes Entgelt bietet, das über der Pfändungsfreigrenze liegt. Die pfändbaren Beträge des Einkommens werden dann gleichmäßig auf die Insolvenzgläubiger verteilt. Aber auch die Offenlegung von einmaligen Einnahmen, welche etwa aus einer Erbschaft stammen können, werden als Obliegenheiten durch die InsO geregelt. Denn auch hiervon muss ein gewisser Teil zum Abbau der Schulden verwendet werden.

Welche Insolvenzverfahren bietet das deutsche Insolvenzrecht

Ratgeber Insolvenzrecht: Welches Insolvenzverfahren sollten Verbraucher anwenden und auf welches Insolvenzverfahren sollten Selbstständige zugreifen. Das deutsche Insolvenzrecht bietet Schuldner verschiedene Möglichkeiten damit sie sich von ihren Schulden befreien können, doch das Insolvenzrecht ist undurchsichtig…

Insolvenzverfahren

Insolvenzverfahren © Matthias Stolt (Fotolia)

Viele Schuldner fragen sich, welches Insolvenzverfahren wird heute vom Insolvenzgericht angewendet. Aus diesem Grund ist es wichtig, das Schuldner sich zunächst über die verschiedenen Arten der Insolvenzverfahren informieren. Grundsätzlich unterteilt das deutsche Insolvenzrecht die Insolvenzverfahren in die Verbraucherinsolvenz und die Regelinsolvenz. Die Verbraucherinsolvenz ist auch bekan- nt als Privatinsolvenz. Dieses Insolvenzverfahren kommt für natürliche Personen in Betracht und stellt ein verein- fachtes Insolvenzverfahren dar, welches aber dennoch in mehreren, klar definierten Einzelschritten durchgeführt werden muss. Das Regelinsolvenzverfahren kommt für juristische Personen in Frage, aber auch für Selbstständige und Unternehmer. Allerdings sollte vor der Beantragung der Regelinsolvenz oder der Privatinsolvenz geprüft werden, welches Verfahren im individuellen Einzelfall die günstigere Variante ist. Bei der Wahl der Verfahrensarten kann eine versierte Schuldnerberatung zur Seite stehen, die die genauen Bedingungen der beiden Verfahren kennt und daher beurteilen kann, welches Insolvenzverfahren eher in Frage kommt.

Das Verbraucherinsolvenzverfahren richtet sich demnach an natürliche Personen aber auch an ehe mals Selbstständige bzw. Freiberufler, deren Vermögensverhältnisse überschaubar sind. Somit können auch Selbstständige von den vereinfachten Bedingungen der Privatinsolvenz profitieren. Dennoch sollten sie sich ebenfalls von einer guten Schuldnerberatung unterstützen lassen. Der Antrag auf das private Insolvenzverfahren kann erst gestellt werden, wenn ein außergerichtlicher Einigungsversuch gescheitert ist. Für diesen Versuch muss der Schuldner einen Schuldenbereinigungsplan aufstellen, der zumeist einem Vergleich ähnelt. Dabei werden den einzelnen Gläubigern bestimmte Beträge angeboten, mit denen die Schulden getilgt werden sollen. Die außergerichtliche Schuldenbereinigung ist oftmals allerdings nicht möglich, die besten Erfolgsaussichten bestehen noch, wenn eine Beratungshilfe mit jahrelanger Erfahrung die Verhandlungen führt.

Scheitert der außergerichtliche Einigungsversuch, wird Antrag auf das Verbraucherinsolvenzverfahren beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt. Jetzt wird vom Gericht noch mal versucht, den erstellten Schuldenbereinigungsplan durchzusetzen. Einzelne Gläubiger, welche dem Schuldenbereinigungsplan nicht zustimmen, können aber durch die Entscheidung des Gerichts überstimmt werden. Scheitert auch der gerichtliche Einigungsversuch, wird das Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet. Es folgen sechs lange Jahre der Wohlverhaltensperiode, in der der Schuldner verpflichtet ist, sämtliche pfändbaren Einkommensbestandteile an die Gläubiger zu zahlen. Nach der sechsjährigen Wohlverhaltensperiode kann vom Gericht dann die Restschuldbefreiung erteilt werden.

Das Regelinsolvenzverfahren dagegen kommt bei juristischen Personen zum Einsatz, aber auch bei Selbstständigen und Freiberuflern, welche mehr als 19 Gläubiger haben. Ebenfalls sprechen Schulden aus Arbeitnehmerverhältnissen für eine Regelinsolvenz. Bei diesem Verfahren wird der außergericht- liche Einigungsversuch nicht vorgeschrieben, sondern vom Schuldner oder vom Gläubiger kann gleich ein Antrag auf Regelinsolvenz gestellt werden. Ziel der Regelinsolvenz ist es allerdings, das bestehende Unternehmen zu erhalten, die Verwertung und Auflösung ist lediglich die letzte Möglichkeit. Sie soll demzufolge nur dann angewandt werden, wenn eine Unternehmenssanierung bezw. eine Fortführung des Unternehmens aus betriebswirtschaftlichen Gründen keinen Sinn macht.

Wie die Regelinsolvenz laut Insolvenzrecht angewendet wird

Tipps zum Insolvenzrecht: Der Ablauf der Regelinsolvenz wird durch das deutsche Insolvenzrecht in der Insolvenzordnung geregelt und das Regelinsolvenzverfahren bezeichnet ein Insolvenzverfahren, welches immer dann angewandt wird, wenn das Verbraucherinsolvenzverfahren als Insolvenzverfahren nicht geeignet ist…

Regelinsolvenz

Regelinsolvenz © Pressmaster (Fotolia)

Das Regelinsolvenzverfahren ist demnach immer dann anzuwenden, wenn die Vermögensverhältnisse von den Schuldnern unüberschaubar sind. Dies ist gegeben, wenn mehr als 19 Gläubiger offene Forderungen geltend ma- chen. Auch die Schulden aus Arbeitnehmerverhältnissen, wie unbezahlte Lohnforderungen und nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge oder Steuern sprechen für die Anwendung der Regelinsolvenz. Das gilt selbst dann, wenn ehemals Selbstständige oder Freiberufler, die als natürliche Personen gelten und so mit üblicherweise der Privatinsolvenz zugeordnet werden, verschuldet sind. Ebenfalls wird das Regelinsolvenzverfahren für juristische Personen, wie Kapitalgesellschaften bei einer GmbH Insolvenz, angewendet. Der Antrag auf das Regelinsolvenzverfahren ist schriftlich beim zuständigen Insolvenzgericht zu stellen und kann sowohl vom Schuldner selbst, als auch von einem seiner Gläubiger gestellt werden.

Sobald der Antrag auf eine Regelinsolvenz gestellt und alle Gläubiger darüber informiert wurden, sind diese verpflichtet, ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden, dürfen die Gläubiger keine Einzelvollstreckungsmaßnahmen mehr in die Wege leiten. Mit Eröffnung des Verfahrens verliert der Schuldner das Verfügungsrecht über sein Vermögen, dieses liegt ab sofort beim eingesetzten Insolvenzverwalter. Er muss nun eine Aufstellung über das Vermögen zusammenstellen und diese im Berichtstermin gegenüber den Gläubigern bekannt geben. Dabei ist vom Insolvenzverwalter ebenfalls eine Einschätzung abzugeben, ob sich eine Fortführung der Firma, sowohl aus betriebswirtschaftlichen, wie auch aus insolvenzrechtlichen Gesichtspunkten, lohnt. Sofern eine Fortführung der Selbstständigkeit sinnvoll erscheint und die Gläubiger dieser Fortführung zustimmen, ist der Insolvenzverwalter zur Aufstellung von einem Insolvenzplanverfahren verpflichtet.

Ebenfalls findet in diesem Fall noch ein Erörterungs- und Abstimmungstermin statt. In der Regel wird das Insolvenzverfahren dann aufgehoben, der Schuldner kann unter Umständen die Verfügungsgewalt über sein Vermögen zurück erhalten. In der Praxis untersteht er dabei jedoch einem Sachwalter, der seine Tätigkeiten überprüft. Sollte das Unternehmen in der Regelinsolvenz nicht fortgeführt werden, wird es veräußert. Alle vorhandenen Vermögensgegenstände, angefangen vom Betriebsgebäude über die Betriebseinrichtung, technische Anlagen und Maschinen müssen verkauft werden. Aus dem Erlös werden die Kosten des Insolvenzverfahren finanziert. Der verbleibende Erlös wird dann unter den Gläubigern, vor der Erteilung der Restschuldbefreiung, zur Tilgung der Schulden verwendet.

Wie die Privatinsolvenz laut Insolvenzrecht angewendet wird

Insolvenzrecht Tipps: Der Ablauf einer Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz) wird durch das Insolvenzrecht in der Insolvenzordnung außerordentlich genau geregelt und das Privatinsolvenzverfahren ist das Insolvenzverfahren, das immer dann angewandt wird, wenn das Regelinsolvenzverfahren als Insolvenzverfahren nicht geeignet ist…

Privatinsolvenz

Privatinsolvenz © Birgit Reitz Hofmann (Fotolia)

Das ist etwa der Fall bei natürlichen Personen. Aber auch sehr viele ehemals Selbstständige und viele Freiberufler können die Privatinsolvenz laut Insolvenzrecht für sich nutzen. Diese Möglichkeit ist immer dann gegeben, wenn keine Schulden aus Arbeitnehmerverhältnissen bestehen, zu denen etwa Schulden gegenüber den Arbeitnehmern selbst, den Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften gehören. Außerdem darf für die Anwendung der Privat- insolvenz, die auch als Verbraucherinsolvenz bekannt ist, das Schuldenverhältnis nicht unübersichtlich sein. Das heißt, dass beim Insolvenz Anmelden beim Insolvenzgericht, nicht mehr als 19 Gläubiger vorhanden sein dürfen. In diesen Fällen kommt auch für ehemals Selbstständige die Privatinsolvenz in Frage, die eine vereinfachte Form des Regelinsolvenzverfahren darstellt.

Die Privatinsolvenz muss laut Insolvenzrecht in mehreren Schritten durchgeführt werden. An erster Stelle kommt der außergerichtliche Einigungsversuch. Hierfür sollten sich insbesondere unerfahrene Schuldner von einer versierten Schuldnerberatung unterstützten lassen. Gemeinsam wird mit dem Berater ein Schuldenbereinigungsplan erstellt. Dieser soll alle Gläubiger gleichermaßen befriedigen, wenngleich oftmals nur ein geringer Teil der Schulden gezahlt werden kann. Die Schuldnerberatung übernimmt in dem Fall oft die Verhandlungen mit den Gläubigern, denn die Gläubiger müssen dem Schuldenbereinigungsplan allesamt zustimmen. Kommt es zu keiner außergerichtlichen Einigung, so wird das Verbraucherinsolvenzverfahren beim zuständigen Insolvenzgericht beantragt. Dieses wird nun nochmals versuchen, mittels einen gerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahren, den Schulden-bereinigungsplan durchzusetzen. Hierbei ist es nicht mehr notwendig, dass alle Gläubiger dem Plan zustimmen, einzelne fehlende Stimmen können auch vom Insolvenzgericht ersetzt werden.

Scheitert auch dieser Einigungsversuch, wird das Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet. Nun wird der Schuldner durch die Wohlverhaltensphase über sechs Jahren dazu verpflichtet, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, sofern eine solche nicht vorhanden ist, muss er sich um diese bemühen. Von seinem Einkommen wird der pfändbare Betrag gepfändet und vom eingesetzten Insolvenzverwalter an die Gläubiger verteilt. Auch einmalige Einnahmen, wie ein Lottogewinn oder eine Erbschaft, sind zum Teil zur Tilgung der Schulden einzusetzen. Nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode kann anschließend eine Restschuldbefreiung erfolgen. Voraussetzung dafür ist, dass keine Gründe dagegen sprechen. Das könnten eine fehlende Mitarbeit des Schuldners oder das Verschweigen von Einnahmen sein, aber genauso eine schonmalig erteilte Restschuldbefreiung innerhalb der letzten zehn Jahre.

Das Insolvenzrecht lässt Raum für die Unternehmenssanierung

Tipps Insolvenzrecht: Wenn ein Unternehmen überschuldet ist, muss der Unterneh- mer laut Insolvenzrecht bezw. Insolvenzordnung beim zuständigen Insolvenzgericht, umgehend Insolvenz anmelden. Doch das Insolvenzrecht lässt vielen Freiberuflern oder Selbständigen auch Raum für eine nachhaltige Unternehmenssanierung und kann somit deren Unternehmen oder Firmen vor einer Auflösung bewahren…

Unternehmenssanierung

Unternehmenssanierung © Gradt (Fotolia)

Denn grundsätzlich ist Ziel des Insolvenzrechts nicht die Zerschlagung von Unternehmen, sondern deren Erhalt mittels einer nachhaltigen Unternehmenssanierung. Die Zerschlagung einer Firma oder eines Unternehmens ist lediglich das letzte Mittel der Wahl. Allerdings muss für eine erfolgreiche Unternehmenssanierung die Krise des Unternehmens auch frühzeitig erkannt werden. Die not- wendigen Maßnahmen sollten bereits bei den ersten An- zeichen einer Krise eingeleitet werden. Denn nur auf diese Weise kann eine erfolgreiche Unternehmenssanierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens gelingen. Um das Unternehmen zu erhalten, wird oftmals ein Insol- venzplan vorgelegt, weshalb hierbei auch die Rede vom Insolvenzplanverfahren ist. Dieses Verfahren ermöglicht es, das Unternehmen fortzuführen, wobei beim Insolvenzplanverfahren jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Idealerweise wird bei einer Unternehmenssanierung der Insolvenzplan immer direkt mit dem Antrag auf die Eröffnung der Insolvenz eingereicht. Ebenfalls sollte dabei der Antrag auf Eigenverwaltung mit eingereicht werden. Für die Erstellung des Insolvenzplans sollten sich Unternehmer fachkundige Berater zur Seite stellen, die die insolvenzrechtlichen Bedingungen kennen, aber genauso die betriebs- wirtschaftlichen Auswirkungen berücksichtigen können. Der Insolvenzplan kann ausschließlich vom Insolvenzverwalter oder dem insolventen Unternehmer beim Gericht eingereicht werden. Er muss von den Gläubigern angenommen werden, wobei einzelne fehlende Zustimmungen auch ersetzt werden können. Eine gute Aussicht auf die Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubiger besteht dann, wenn sie einen höheren Teil ihrer Insolvenzforderungen bei Fortführung des Unternehmens erhalten, als bei einer Abwicklung des Unternehmens durch eine Firmeninsolvenz.

Der Insolvenzplan bietet dabei die Möglichkeit, Personalkosten einzusparen, Personal mit verkürzten Kündigungsfristen abzubauen, viele Verträge, etwa Mietverträge, Versicherungen und Co. vorzeitig zu kündigen und somit die laufenden Kosten deutlich zu senken. In der Unternehmenssanierung werden die Gläubiger in den kommenden drei bis fünf Jahren an den Gewinnen des Unternehmens zwar nicht beteiligt, aber aus diesen werden die Schulden nach und nach abgetragen. Bei erfolgversprechenden Unternehmen ergeben sich so deutlich höhere Rückzahlungsquoten, als wenn das Unternehmen abge- wickelt würde. Ebenfalls kann der Unternehmer bei einer Unternehmenssanierung die sogenannte Eigenverwaltung beantragen. Bei einer genehmigten Eigenverwaltung ist Er dann auch während des laufenden Insolvenzverfahren vertretungsberechtigt für sein Unternehmen. Ein Insolvenzverwalter wird dann nicht eingesetzt, der Unternehmer steht lediglich unter der Aufsicht eines Sachverwalters.

Zum Insolvenzrecht ist eine gute Insolvenzberatung wichtig

Tipps zum Insolvenzrecht: Immer wenn das deutsche Insolvenzrecht angewendet werden soll, egal ob dabei ein Verbraucherinsolvenzverfahren, ein Regelinsolvenz- verfahren oder eine Unternehmenssanierung angestrebt wird, ist bei der Anwendung des Insolvenzrechtes immer eine gute Insolvenzberatung wichtig und elementar…

Insolvenzberatung

Insolvenzberatung © Patrizia Tilly (Fotolia)

Denn nur mit Hilfe einer guten Insolvenzberatung können Schuldner allen Fallstricken im Insolvenzverfahren aus dem Wege gehen. Während in der Regelinsolvenz zahl- reiche rechtliche Faktoren zu beachten sind, wie etwa die Insolvenzverschleppung, derer sich Geschäftsführer und Gesellschafter einer juristischen Person strafbar machen können, sind in der Verbraucherinsolvenz verschiedene Schritte notwendig, damit das Insolvenzverfahren auch tatsächlich von Erfolg gekrönt ist. Die Insolvenzberatung steht in den einzelnen Verfahrensschritten stets mit Rat und Tat zur Seite. So kann sie im Verbraucherinsolvenzverfahren behilflich sein, die Unterlagen aller Gläubiger auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu überprüfen, so das später die Restschuldbefreiung nicht gefährtet ist. Zudem wird die Insolvenzberatung allen Schuldnern genauso mit Rat zur Seite stehen, wenn es um die Erstellung eines Schuldenbereinigungsplanes geht.

Denn der ist von besonderer Bedeutung, da damit zunächst der außergerichtliche Einigungsversuch gestartet wird. Übernimmt nun eine erfahrene Insolvenzberatung die Verhandlungen, sind diese häufiger von Erfolg gekrönt, als wenn die Aufgabe vom Schuldner selbst übernommen wird. Aber auch in der Regelinsolvenz ist die Insolvenzberatung von größter Bedeutung. Sie kommt für Selbstständige, juristische Personen und Co. in Frage. Voraussetzung für die Regelinsolvenz bei Selbstständigen, die keine Kapitalgesellschaft geführt haben, ist, dass sie mehr als 19 Gläubiger haben oder dass Schulden aus Angestelltenverhältnissen bestehen. Bei einem Regelinsolvenzverfahren wird allerdings auf die außergerichtliche Schuldenbereinigung verzichtet, die Insolvenz wird direkt beim Insolvenzgericht beantragt. Die versierte Schuldnerberatung kann einzelne Unternehmensteile retten, sofern diese vom Insolvenzverfahren nicht betroffen sind.

Auch kann die Schuldnerberatung eine Haftungsfreistellung für den Geschäftsführer erreichen und wichtige Zuarbeiten für den Insolvenzverwalter leisten. Es ist folglich egal, in welchem Bereich ein Insolvenzverfahren angestrebt wird. Denn sowohl bei der Regelinsolvenz als auch bei der Verbraucherinsolvenz müssen Schuldner viele Pflichten wahrnehmen, wobei sie aber genauso ihre Rechte nicht aus den Augen verlieren dürfen. Daher kann eine Beratung durch einen guten Insolvenzberater immer behilflich sein, alle Aspekte des Verfahrens verstehen zu lernen und sich entsprechend zu verhalten, um die ersehnte Restschuldbefreiung zu erhalten.

Eine Stundung der Kosten vom Insolvenzverfahren ist möglich

Insolvenzrecht Ratgeber: Erhalten mittellose Schuldner von dritter Stelle (Bekannte, Familie) keinen Vorschuss oder besitzen selbst kein ausreichendes Vermögen, können Schuldner beim Insolvenzgericht eine Stundung der Kosten vom Insolvenzverfahren gemäß § 4a der Insolvenzordnung (InsO, Insolvenzrecht) beantragen…

Insolvenzordnung

Stundung der Kosten © Nick Stabel (Fotolia)

Diese Stundung der Verfahrenskosten kann den einzelnen Schuldner sinnvoll finanziell entlasten. Wird die Stundung gewährt, so kann er davon ausgehen, dass er bis zur Erteilung der anvisierten Restschuldbefreiung keine weiteren Zahlungen für die Verfahrenskosten leisten muss. Diese werden aus der Insolvenzmasse, aus dem Einkommen oder Vermögen des Schuldners vorrangig ausgeglichen. Damit die Stundung der Kosten aber auch gewährt wird, muss der Schuldner einen Antrag bei Gericht stellen. Die Stundung der Verfahrenskosten kann jeder natürlichen Person gewährt werden, unabhängig davon, ob sie ein Verbraucherinsolvenz- verfahren oder ein Regelinsolvenzverfahren durchläuft. Voraussetzung dafür ist, dass die nötigen finanziellen Mittel zur Zahlung der Insolvenzverfahrenskosten nicht vorhanden sind und auch nicht von Dritten beschafft werden können.

Der Antrag auf Stundung der Insolvenzverfahren Kosten kann ebenfalls nur dann gewährt werden, wenn genauso ein Antrag auf Eröffnung des Verfahrens, sowie die Restschuldbefreiung gestellt wird. Dem Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten ist weiterhin eine Erklärung beizufügen, aus der hervorgeht, dass der Schuldner nicht wegen einer Insolvenzverschleppung rechtskräftig verurteilt worden ist. Liegt eine solche Straftat vor, ist eine Stundung der Kosten generell ausgeschlossen. Weiterhin muss der Schuldner dem Antrag Belege über sein Vermögen, sein laufendes Einkommen, sowie die Verbindlichkeiten beifügen. Viele Schuldner wollen im Rahmen vom Insolvenzverfahren von einem Anwalt vertreten werden.

Die Beiordnung eines Anwalts zur Insolvenzberatung kann gleichfalls mit dem Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten gestellt werden. Es ist dabei aber darzustellen, warum ein Anwalt zur Beratung benötigt wird und welchen Anwalt man wünscht. Generell sieht die Insolvenzordnung vor, dass sich der Schuldner unter der Fürsorge des Gerichts sieht und seine Belange selbst vertreten kann, weshalb die Beiordnung eines Anwalts im Rahmen des Insolvenzverfahrens laut Insolvenzrecht nur in seltenen Ausnahmefällen gewährt wird. Dies kann etwa dann gegeben sein, wenn der Sachverhalt besonders kompliziert ist. Ein Rechtsanspruch hingegen besteht darauf nicht, sofern es sich um eine normale Insolvenz handelt. Zudem kann die Stundung der Verfahrenskosten jederzeit aufgehoben werden, wenn der Schuldner seinen Obliegenheiten in der Wohlverhaltensperiode nicht nachkommt, also etwa keiner angemessenen Beschäftigung zur Einkommenserzielung nachkommt.